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19. Dezember 2020, 10:56 Uhr
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Bürgermeister bitten: Bleibt zu Hause

Ostfriesische Inseln stellen sich auf Anreise von Zweitwohnungsbesitzern zum Fest ein

Die Zahl der Zweitwohnungen ist hoch auf den Inseln.

Die Zahl der Zweitwohnungen ist hoch auf den Inseln. © noun

Ostfriesland/Friesland – Die Bürgermeister der Ostfriesischen Inseln und die Landräte aus Aurich, Wittmund, Leer und Friesland appellieren an Zweitwohnungsbesitzer, über Weihnachten und Silvester nicht auf die Inseln zu kommen. „Bleibt zu Hause. Da ist es auch schön“, formulierte es am Freitag Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD). Die eindringliche Bitte ist das Ergebnis einer Videokonferenz der Bürgermeister und Landräte mit Vertretern des Landes.

Bisher seien die Inseln vom aktuellen Infektionsgeschehen weitgehend verschont geblieben, so Ambrosy. Die Bevölkerung sei nun in Sorge, das Zweitwohnungsbesitzer und deren Gäste das Virus auf die Inseln und in die Küstenbadeorte bringen. „Das ist verständlich.“ Deshalb appellieren Bürgermeister und Landräte an die Besitzer, von nicht notwendigen Reisen abzusehen und nicht an die Küste zu fahren. Wer seine Insel und die Küste liebe, könne das beweisen, in dem er dieses Mal nicht komme, so Ambrosy. „Es ist ein Akt der Solidarität mit den Menschen, die hier leben.“

Aus der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen geht hervor, dass Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Gästehäusern oder Ferienwohnungen aus touristischen Gründen nicht erlaubt sind. Zweitwohnungsbesitzer, die etwa ein Ferienhaus an der Küste oder auf einer Insel haben, dürfen dort auch ihre Familie über Weihnachten – unter Beachtung der Personengrenzen – empfangen und übernachten lassen, wie die Landesregierung mitteilte. Zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr waren auch Zweitwohnungsbesitzer an der Küste zeitweise nicht willkommen.

Der Appell richtet sich laut Ambrosy nicht nur an die Zweitwohnungsbesitzer auf den Inseln, sondern gelte gleichermaßen für Küstenbadeorte mit einem hohen Anteil von Zweitwohnungen wie etwa Greetsiel. Denn auch dort kommen nach seinen Schätzungen auf jeden Einwohner ein Zweitwohnungsbesitzer hinzu, auf Inseln wie Borkum und Norderney sei die Zahl sogar noch höher. Borkum allein zählt rund 2400 Zweitwohnungen.

Auch Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs rief dazu auf, von nicht notwendigen Reisen abzusehen. Ohnehin sei das öffentliche Leben durch die Streichung des touristischen Angebots und die weitgehende Schließung des Einzelhandels drastisch eingeschränkt.

Schärfere Verordnung
Schon jetzt würden auf den Inseln Kontrollen an den Fähranlegern durchgeführt, um touristische Übernachtungen auszuschließen, sagte Ambrosy. Dennoch wünschen sich die Inselkommunen eine Handhabe, um eingreifen zu können, wenn Zweitwohnungsbesitzer über die Festtage ihr Feriendomizil Verwandten oder Bekannten überlassen. Daher hätten die sieben Bürgermeister und vier Landräte beim Land nachdrücklich darum gebeten, die Verordnung nachzuschärfen, „am besten noch vor Weihnachten“. Ambrosy: „Wir brauchen eine gute Grundlage, um den rechtswidrigen Gebrauch der Wohnungen unterbinden zu können.“ Dass die Zweitwohnungsbesitzer ihr Eigentum nutzten, könne man nicht verbieten. „Da hat sich das Land in das Rechtsgefüge der Bundesländer eingebunden.“ Aber, dass die Wohnung der „Cousine neunten Grades oder dem Nachbarn, dem man, etwas Gutes tun will“, überlassen werde, wolle man gern verhindern. Mit dem Wunsch sei man auf offene Ohren gestoßen, so Ambrosys Eindruck. Jedenfalls hätten die Gesprächspartner zugesichert, dass Anliegen ernsthaft zu prüfen.

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